Augen auf bei der Dachsanierung (1)
Denn leider gibt es bei Dachdeckerfirmen immer wieder mal schwarze Schafe und wer diesen einen Auftrag erteilt, kommt mitunter vom Regen unter die Traufe.
Das Vorgehen solcher (reisenden) Dachdeckerfirmen ist einfach und könnte einem Ratgeber für Akquisition entnommen sein, etwas Ähnliches habe ich tatsächlich in einen Fachbuch empfohlen, wobei ich allerdings immer deutlich mache, dass nur zufriedene Kunden neue Kunden bringen.
Wie gehen diese Firmen vor?
Sie schicken seriös auftretende Mitarbeiter bevorzugt in Wohnsiedlungen, die vor 20 und mehr Jahren gebaut worden sind und wo der Zahn der Zeit an den Dächern und Fassaden genagt hat. Dort schauen sich die Verkaufsmitarbeiter – die aber oft nicht im Anzug mit Schlips daherkommen, sondern ganz bewusst in oftmals traditioneller Arbeitskleidung – die Dächer von draußen, also außerhalb des Grundstücks an.
Sobald sie einen Schaden sehen oder auch nur vermuten, läuten die Verkäufer beim betreffenden Hausbesitzer und wenn ihnen geöffnet wird, bieten sie an, den (vermeintlichen) Schaden sehr preisgünstig zu beheben und gleichzeitig eine gründliche Inspektion des gesamtes Daches vorzunehmen. Der genannte Preis ist meist so günstig, dass ein örtlicher Handwerker wohl schon höhere Anfahrtskosten berechnen würde und so unterschreibt der Hauseigentümer einen entsprechenden Auftrag.
Dann wird meist sehr schnell die Reparatur in Angriff genommen und das Dach inspiziert. Dabei sollte man als Hauseigentümer die ganze Zeit dabei bleiben, damit der Mitarbeiter nicht beim Beheben des Schadens (natürlich völlig unabsichtlich) einen weiteren Schaden verursacht, der auf den schlechten Dachzustand zurückzuführen ist.
Meist werden bei der Dachinspektion werden dann weitere Mängel oder Schäden entdeckt, zumindest entsprechende Vorstufen, die einen raschen Eingriff sinnvoll erscheinen lassen, wobei es sich nicht mehr um einen kleine Schadensbeseitigung handelt, sondern die Regel ist, dass das ganze Dach erneuert werden sollte.
Schneller als die meisten Hausbesitzer schauen können, ist erneut der Auftragsblock gezückt, die wichtigsten Daten und einige Preise aufgeschrieben und schon soll der Hausbesitzer seine Unterschrift leisten.
Tun Sie es nicht, auf keinen Fall, sondern … aber dazu lesen Sie am besten mein nächstes Posting.
Übrigens kann man auch mit solchen Firmen mal ein positives Erlebnis haben. So hatte vor einigen Jahren ein Sturm 2 Dachplatten auf meinem Dach aus der Fläche gerissen, mir wurde angeboten, für 30 Euro den Schaden zu beseitigen und das Dach zu inspizieren. Natürlich erteilte ich den Auftrag und war baß erstaunt als mir der Dachdecker nach der Schadensbeseitigung und der Dachinspektion erklärte, ich könne mich freuen, mein Dach sei jetzt wieder vollkommen in Ordnung.
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